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3600 Thun

0041 (0)33 222 28 00

e-mail: wehtho@hin.ch

Praxisadresse

Neuraltherapie

Dr. med. D. Thommen

Wie wirkt die Neuraltherapie?

Neuraltherapie (NT) ist eine Behandlungsmethode, welche die vernetzten Eigenschaften des vegetativen Nervensystems nutzt. Durch eine korrekte Einspritzung von Procain in kleinen Mengen an einer bestimmten Stelle am Nervensystem wird die Selbstregulie-rung (Autoregulation) stimuliert, so dass die Selbst-heilung des Körpers einsetzen kann.

Die individuell verschiedenen Reaktionen des Körpers auf die neuraltherapeutische Anwendung geben auch wichtige dia-gnostische Hinweise über den Gesamtorganismus: Der Körper reagiert gelegentlich mit einer Verschlechterung, oft jedoch mit Besserung oder Abheilung der aktuellen Be-schwerden. Vereinzelt treten vorübergehende neue Be-schwerden an einer anderen Körperstelle auf. Diese ent-sprechen typischerweise früheren Erkrankungen z.B. Neben-höhlenentzündung oder Narben durch Verletzungen und Operationen, welche nicht vollständig ausgeheilt sind und in der NT Störfelder genannt werden.

Was ist ein Störfeld?

Ein Störfeld ist eine chronische Reizstelle im Körper, meist im Kopfbereich (Mandeln, Zähne, Kiefer, Neben-höhlen) oder eine Narbe irgendwo an einer Körperstelle (nach Verletzung oder Operation), welche nicht direkt wahrgenommen wird, aber die Regulation - und damit die Selbstheilung – des Körpers stört oder blockiert. Eines oder mehrere Störfelder können gezielt durch NT behandelt werden. Gelegentlich sind dabei Zahnbehandlungen z.B. Entfernung der Weisheitszähne notwendig.

Was ist Procain® ?

Procain ist ein Lokalanästhetikum, ähnlich wie dies täglich beim Zahnarzt angewendet wird. Procain hat verschiedene Vorteile gegenüber den üblich angewendeten Lokal-anästhetica: Es hat keine Zusatzstoffe, welche Neben-wirkungen auslösen können, es fördert die Durchblutung an der erkrankten Körperstelle und wird im Körper innert 20 Minuten abgebaut. Es kann auch im Falle einer Schwanger-schaft und bei Kindern angewendet werden.

Wann wird Neuraltherapie eingesetzt?

Bei einer akuten Erkrankung ist der auslösende „Reiz“, z.B. eine Infektion oder eine Verletzung, also der Grund für die Krankheit, meist gut erkennbar und wird in der Schulmedizin korrektiv (z.B. durch eine Operation) oder symptomatisch (z.B. mit Antibiotika, Schmerzmitteln) behandelt.

Bei chronischen und insbesondere bei über Jahren anhaltenden Erkrankungen wie chronischen Kopfschmerzen, Gelenkerkrankungen, chronischen Nacken-Schulter-verspannungen und Rückenschmerzen, Hautleiden, Asthma, chronischen Magen-Darmbeschwerden etc. ist der aus-lösende Reiz bzw. die Ursache dagegen oft nicht mehr herauszufinden. Hier liegt die Stärke der Neuraltherapie.

Die NT kann neben akuten bei ca. 80% aller chroni-schen Erkrankungen angewendet werden, nicht aber bei zerstörter Regulation (z.B. Tumoren) , zerstörter Struktur (wie bei Leberzirrhose) oder bei Mangel-zuständen wie z.B. Eisen- oder Vitaminmangel.
Die NT kann mit jedem schulmedizinischen Verfahren kombiniert werden. Sie stellt eine effektive und risikoarme und ganzheitliche Therapiemethode dar.

Tut Neuraltherapie weh?

Bei der Neuraltherapie werden sehr feine und daher nicht so schmerzhafte Nadeln für die empfindliche Haut verwendet, so dass die Spritze meist gut ver-tragen wird.

Wo und wie oft wird Neuraltherapie angewendet?

Die Neuraltherapie wird in erster Linie an der Stelle angewendet, wo der Schmerz oder die Funktionsstö-rung auftritt. Narben auf der Haut können nach Verletzungen oder Operationen schmerzhaft, empfindlich oder „wetterfühlig“ sein. Hier ist nach 1-2 Behandlun-gen ein Erfolg in 90% zu beobachten. Neben der Haut können gezielt bestimmte Nerven, Gelenke oder Organe wie Herz und Lunge über Ganglien (das sind Schaltstellen, welche die Funktion von Organen oder grösseren Körperregionen steuern) mit-behandelt werden.

Bei akuten und einfachen Störungen können individuell verschieden 1-4 Behandlungen genügen, bei chronischen und komplexen Krankheitsbildern sind durchschnittlich 8 Behandlungen zur Besserung oder Abheilung zu erwarten. Rückfälle können wie auch bei schulmedizinischen Behand-lungen auftreten und erneute Anwendungen erfordern.

Wird Neuraltherapie von der Krankenkasse bezahlt?

Die Leistungen der Neuraltherapie werden zum Teil von der Grundversicherung übernommen, einzelne Leistungen werden nur durch die Zusatzversicherung für Kom-plementärmedizin bezahlt. Konkret bedeutet dies: Dort, wo die Neuraltherapie identisch ist mit der schulmedizinisch diagnostischen und therapeutischen Lokalanästhesie, erfolgt die Abrechnung über die Grundversicherung. Der Störfeld-Teil (Neuraltherapie nach Huneke) wird über die Zusatz-versicherung abgerechnet.